Ultio Regni – Rechtsrock made in NWM

Die aus Wismar und der näheren Umgebung stammende RAC-Band Ultio Regni will bei den ganz Großen mitmischen. Nach einigen Startschwierigkeiten sind sie deutschlandweit auf Erfolgskurs innerhalb der rechtsradikalen Szene. Support bekommen sie von Bands mit jahrelangen Erfahrungen im Rechtsrock-Business; wie die seit über 10 Jahren bestehenden Rügener „Kommando Ost“ oder der neu gegründeten, aber mit bekannten Rechtsrockgrößen besetzten, Neonaziband „Ungebetene Gäste“. Auch von der Wismarer Grauzone-Band „4. Division Ostfront“, die vor allem in Nordwestmecklenburg sehr bekannt ist, gab es zeitweilig große musikalische, als auch personelle Unterstützung. Mittlerweile treten sie nicht nur in regionalen Neonazilocations wie dem Thinghaus in Grevesmühlen auf, sondern haben es auch auf Bühnen in Großstädten wie Berlin geschafft.

Ultio Regni

Die Band mit Ecken und Kanten – Altbekanntes
„Wir sind eine Band mit Ecken und Kanten und wem das nicht gefällt, geht uns doch einfach aus dem Weg.“
Mit diesen Worten werden die Besucher_innen auf der Facebook-Fanseite der RAC-Band Ultio Regni begrüßt.

„//In unseren Schulen werden Lehrer angemacht,/ angepöbel, mit Waffen bedroht, na dann Deutschland gute Nacht./ Die Bullen auf unseren Straßen haben gar nichts mehr im Griff./ Nur der nationale Widerstand hat dieses System im Würgegriff .//“ (aus Trauergewand, Demo 2010)
Inhaltlich beschäftigen sie sich mit alt Bekanntem: Geschichtsrevisionismus, Gewalt, der Mythos vom deutschen Übermenschen und Hetze gegen die Demokratie sowie anders Denkende. Mit übertriebenen Umschreibungen sollen Ängste wie z.B. vom Aussterben der „deutschen Kultur“ bei dem Publikum geweckt werden. Auch musikalisch gibt es keine kreativen Überraschungen, sodass sie sich kaum von anderen Rechtsrockbands unterscheiden. Unterstrichen werden ihre neonazistischen Inhalte durch einen schnellen brutal klingenden gitarrenlastigen Sound mit brüllendem Gesang.

Wie alles begann
2009 wurde Ultio Regni von Andy Wollenburg alias Diggöör gegründet. Mit Anzeigen suchte er Mitglieder für eine RAC –Band. Darauf meldeten sich Marcel Zimmer alias Fenriz und Theo (urspr. aus Rügen und Bassist der Naziband „Ungebetene Gäste). Diggöör übernahm den Gesangspart, Fenriz das Schlagzeug, Theo die erste Gitarre und mit Sascha an der zweiten Gitarre sowie Krause am Bass war die Band dann 2010 komplett. In diesem Jahr wurde auch die erste Veröffentlichung „Demo 2010“ mit 8 Titeln unter dem Label OnePeopleOneStruggle Records veröffentlicht. Während der Arbeit an der zweiten Platte kam es innerhalb der Band als auch mit dem Label zu Meinungsverschiedenheiten. So wurde 2012 das Label und einige Bandmitglieder ausgetauscht. Anna Wegener übernahm den Bass und Stefan Blendow die Gitarre. Ein neues Rechtsrock-Label wurde mit Opos Records gefunden und die Arbeit an dem aktuellen Album konnte fortgesetzt werden.

Frontmann der 4. Division Ostfront hilft aus
Enge Kontakte knüpfte Ultio Regni auch ab 2010 zu Mitgliedern der Wismarer Grauzone Band 4. Division Ostfront. Die Freundschaft geht sogar soweit, dass sie auf ihrer ersten veröffentlichten CD „Demo 2010“ den Song „Antifa“ von 4. Division Ostfront covern. Der Text wurde bis auf ein paar kleine Details komplett übernommen. Dabei wird die Antifa- Szene als brutale, kriminelle, intolerante Schlägertruppe beschrieben, die man lieber aufhängen solle.
4. Division Ostfront versuchte jahrelang den Deckmantel des unpolitischen Skinhead-Daseins aufrecht zu erhalten. Es berichteten Insider aber immer häufiger von Partys, die von Bandmitgliedern organisiert wurden, auf denen RAC zu hören war und Leute auftauchten, die mehr rechts, als unpolitisch waren. Der Bandleader „Pönisch“ schien dabei die führende Kraft zu sein und einen immer enger werdenden Kontakt zu „Trommelpunk“ Fenriz zu pflegen. Dieser Kontakt wurde soweit ausgebaut, dass sich eine Freundschaft zwischen dem Neonazi und dem sich selbst als unpolitisch Beschreibenden entwickelte und sie gemeinsame Freizeitaktivitäten unternahmen. Als es mit der Ostfront nicht mehr ganz so gut lief, schenkte „Pönisch“ sein musikalisches Talent „Ultio Regni“. Insider berichteten, er solle mehrfach bei der RAC-Band ausgeholfen haben, in der sein „neuer Freund Fenriz der Trommelpunk mitspielt“. Die Grauzone-Band 4. Division Ostfront hat sich 2011 aufgelöst und Pönisch ist aus Wismar weggezogen.

Who is Who?
Der Gründer Andy Wollenburg (Diggöör) und Anna Wegener sind seit längerem ein Paar. Gemeinsam machen sie es sich in ihrer kleinen Plattenbauwohnung gemütlich und genießen das idyllische Dorfleben in Bad Kleinen nahe Wismar. Neben dem RAC-Projekt Ultio Regni ist Diggöör bereits Solo in Erscheinung getreten. Man hört ihn u.a. auf dem Sampler „Jugend musiziert 2011“ mit einem Coversong.
Marcel Zimmer (Fenriz), der ursprünglich aus der Nähe von Wittenberge in Brandenburg kommt, wohnt in Wismar.Aufmerksam auf Diggöörs Suchanzeigen, ist er angeblich durch andere Kameraden geworden, die im Norden Urlaub gemacht hatten. Auch Fenriz hat neben Ultio Regni ein weiteres Nazimusikprojekt zu laufen: Er spielt Schlagzeug bei der
Rügener Band Kommando Ost.
Der vierte im Bunde ist der aus Demmin stammende Stefan Blendow (Stefanzki).

Aktuell
Ultio Regni arbeitet aktuell an ihrem neuen Album, was voraussichtlich bis spätestens Ende diesen Jahres veröffentlicht werden soll. Außerdem proben sie fleißig, um live ihre rechte Hetze noch besser unters Publikum zu bringen. Ultio Regni ist eines von vielen Beispielen, wie leicht es für Neonazis ist, Rechtsrockbands aufzubauen und mit ihnen Erfolge zu erzielen. Gerade in Bundesländern wie MV haben sie ein großes Publikum und viele Locations in denen sie auftreten können. Untereinander sind die Bands sehr gut vernetzt, sodass es kein Problem ist, Support zu erhalten – sei es bei der Werbung oder beim Aushelfen mit musikalischen Fähigkeiten.

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Das Faltblatt zum Text könnt ihr hier downloaden

Faltblatt_UltioRegni_August-2013