Ostseezeitung Wismar betreibt Lobbyarbeit für Neonaziladen


Ostsee Zeitung vom 09.Juli 2013, Rubrik „Wismar und Umgebung“, Seite 11

„ In der Bademutterstraße wird seit gestern gebaut

Wismarer Geschäftsleute befürchten Umsatzeinbußen

Wismar – Im Kreuzungsbereich von Bademutter-, ABC – und Gerberstraße wird seit gestern der Asphalt abgefräst. Die Arbeiten für den Um- und Ausbau haben begonnen. […] Die Kunden von Daniela Hintz haben nicht nur Probleme, einen Parkplatz zu finden. „Mittlerweile sind ringsum so viele Bauarbeiten, dass viele nicht mehr wissen, wie sie zu unserem Laden kommen sollen“, erklärt die 39 – jährige Besitzerin eines Tattoo – Studios. Wie die anderen Befragten hofft sie, dass die Bauarbeiten schnell beendet werden können.“

Ostseezeitung Wismar 09.Juli2013

… moment… Tattoo-Studio? Needle of Pain? Ist das nicht ein Tattoowiergeschäft, welches von Neonazis geführt wird? Was hat sowas in der Ostseezeitung zu suchen?

Rückblick
Das Tattoo-Studio „Needle of Pain“ eröffnet Mitte 2000er in der ABC-Straße in Wismar. Das ist eines der drei Neonazi-Projekte , die vom vorbestraften Neonazi Phillip Schlaffer mit initialisiert wurden – Kopf der rechten Gruppierung „Werwölfe Wismar“. Die Kunden wurde mit einem riesigen Hakenkreuz eingearbeitet in einer Blüte auf dem Schaufenster empfangen. Auch wurden des öfteren dort Rechtsrock-CDs und T-Shirts verteilt. Dies sollte der perfekte Einstieg für Jugendliche in die rechtsradikale Szene sein. 2007 wurden u.a. im „Needle of Pain“ bei einer Durchsuchung T – Shirts mit strafbaren Aufdrucken und CDs mit strafbaren Inhalten in beschlagnahmt.

Needle of Pain

Gegenwart
Die „Werwölfe Wismar“ haben sich Kutten sowie Motorräder gekauft und in „Schwarze Schar“ umbenannt – ein neues Projekt Schlaffers, der Präsident des Motorradclubs. Über der Eingangstür des „Needle of Pain“ prangert nun das Logo der „Schwarzen Schar“. Auch wenn die Hakenkreuzblüte auf dem Schaufenster verschwunden ist, und sich die „Schwarze Schar“ in der Öffentlichkeit als unpolitisch gibt, tragen die „Werwölfe Wismar“ ihre Neonazi-Tattoos, einige wenn nicht sogar alle gestochen im „Needle of Pain“, mit Stolz unter ihren Kutten.

Wir als Antifaschistische Aktion kritisieren, dass die Wismarer Ostseezeitung, den Neonaziladen „Needle of Pain“ mit normalen Kleinunternehmen gleichsetzt und ihnen darüber hinaus eine Werbeplattform für ihren Szenetreff bietet.
Die Schließung des „Needle of Pain“, sei es durch normale Wirtschaftsfaktoren oder durch zivilgesellschaftliche Intervention, ist äußerst Begrüßenswert.

Damals wie heute: Close it! – Nazistrukturen lahmlegen.

weitere Hintergrundinformationen über die rechte Szene Wismar findet ihr hier und hier