Thilo Sarrazin kommt nach Wismar!

Am 11. Sept. 2012 will Thilo Sarrazin sein neues Buch „Europa braucht den Euro nicht!“ im Zeughaus vorstellen.

Daraufhin hat sich die antirassistische Kampagne „Kein Landgang für Rassisten! – Thilo Sarrazin über die Planke schicken!“ gegründet.

Hier der Aufruf:

Kein Landgang für Rassisten!

Am 11. September 2012 um 19:30 will Thilo Sarrazin nach Wismar ins Zeughaus kommen und aus seinem neuen Buch „Europa braucht den Euro nicht!“ vorlesen. Organisiert wird die Veranstaltung von der Buchhandlung Weiland. An diesem Abend bekommt der_die Zuhörer_in die Möglichkeit den Thesen eines Rassisten zu lauschen und ihn durch Zahlung des Eintritts und Kauf des Buches noch mehr Geld in seine Taschen zu stecken.

Rassismus ist in unserer heutigen Gesellschaft leider allgegenwärtig geworden. Da braucht es nicht immer einen Thilo Sarrazin, der diese sogenannten „verbotenen“ Themen anspricht. Oft sind es „Kleinigkeiten“, die den täglichen Rassismus ausmachen.
Da wäre z.B. die Softeiskette, die den rassistischen Namen „Eismohr“ trägt und als Sinnbild einen kleinen, stereotypischen, dicken Farbigen mit großen Lippen hat. Andere beschweren sich, dass das Flüchtlingsheim um die Ecke ihre schöne Wohngegend kaputt macht und die Flüchtlinge vom Staat „Geld hinterhergeschmissen kriegen“. Auch haben die Schoko- oder Schaumküsse die „Negerküsse“ immer noch nicht im Sprachgebrauch abgelöst. Zu gerne wird falsches Halbwissen aufgeschnappt und weiter verbreitet. So wird behauptet, die Ausländer nehmen den Deutschen die Jobs weg. Wie kann das möglich sein, bei einer „Ausländerquote“ in Mecklenburg- Vorpommern von gerade mal 1% ?
Es sind allerdings auch nicht immer Kleinigkeiten- wie z.B. die Neonazimorde der NSU u.a. an Mehmet Turgut aus Rostock.

Die sich gern „mutig, tolerant, weltoffen“ nennende Stadt Wismar und die Region Nordwestmecklenburg haben mehr als nur ein Naziproblem:
Rassismus und Ausgrenzung sind allgegenwärtig.

Die NPD sitzt im Kreistag.
NPD- Kader/ HDJler geben sich an der Fachhochschule Wismar als normale Studenten und verbreiten dort unhinterfragt sowie unkritisch ihren Rassismus und anderen Mist.
Die Nazigruppierung „Freie Kameradschaft Wismar“ stört öffentliche Kulturveranstaltungen.
Das Kultur- und Wohnprojekt „Tikozigalpa“ in Wismar wird mehrfach von Nazis angegriffen.
Flüchtlinge werden u.a. vor dem Flüchtlingsheim angegriffen.
Das Festival „Jugend rockt für Toleranz“ wird von Nazis angegriffen und auch Gäste verletzt.
Rechte Hetzplakate gegen den Innenminister Mecklenburg-Vorpommern Lorenz Caffier.
Das Thinghaus mit dem NPD- Bürgerbüro und dem JN- Stützpunkt in Grevesmühlen.
Jamel.

Wenn mensch Rassisten wie Thilo Sarrazin ein Podium für seine rassistischen Eskapaden gibt, streut man Dünger auf bereits vorhandenen fruchtbaren Boden.

Es ist wichtig, Rassismus in der Gesellschaft zu thematisieren und die Menschen zu sensibilisieren.
Darum haben wir uns zusammengeschlossen und wollen ein Bewusstsein schaffen, dass es ermöglicht, sich kritisch mit einer rassistischen Umwelt auseinanderzusetzen.

Darum fordern wir gemeinsam:

Rassismus darf in unserer Gesellschaft kein Platz mehr haben.
Keine Veranstaltung mit Thilo Sarrazin und anderen Rassisten, weder in Wismar noch anderswo!

Schicken wir gemeinsam Sarrazin über die Planke! Kein Landgang für Rassisten!

weitere Informationen findet ihr hier


2 Antworten auf “Thilo Sarrazin kommt nach Wismar!”


  1. Gravatar Icon 1 Michael Windhorn 08. September 2012 um 8:50 Uhr

    Es ist wirklich unfassbar, wie unter dem Deckmantel des Antifaschismus und Antirassismus radikale Ideologen ihr Süppchen gegen unsere Rede-und Gedankenfreiheit kochen.
    Thilo Sarrazin-man mag seine Gedanken teilen oder auch nicht- ist ein freier Mann, ein Freigeist und ein Demokrat.
    Er hat den Mut, öffentlich und wohlformuliert neue Gedanken auszusprechen. Ich gehe auch nicht miet jedem seiner gedanken konform.
    Aber-ich lasse mir von niemandem, weder von rechten noch von linken Diktaturverehrern vorschreiben, was ich lese und worüber ich nachdenke oder spreche.
    Es ist an der Zeit und auch wirklich notwendig, daß die schweigende Mehrheit Profil zeigt und unsere demokratischen Grundrechte öffentlich verteidigt.
    Der Satz “ Freiheit ist auch imnmer die Freiheit der Andersdenkenden “ gilt mehr denn je.
    Meine Wertschätzung gilt in diesem Zusammenhang auch den Organisatoren dieser Lesung und der Stadt Wismar, die die Größe hatten, unabhängige Gedanken zuzulassen.
    Meine tiefe Verachtung gilt den kleinen miesen anonymen Drohbriefschreibern, die unsere verfassungsmäßigen Rechte untergraben.

    Michael Windhorn

  2. Gravatar Icon 2 A. Nonym 08. September 2012 um 15:54 Uhr

    Hallo Herr Windhorn,

    es gibt viele Menschen, die Flyeraktionen druchführen. Ich habe die Flyer nicht als anonym empfunden. Dort stand eine verantwortliche Kampagne und eine Internetseite drauf. Das ist für mich nicht anonym. Genausowenig wie Kundgebungen anonym stattfinden können. Denn es muss sich jemand als Anmelder dazu bereiterklären sie anzumelden. Kundgebunen, Flyeraktionen, Internetseiten… das sind auch Meinungsäußerungen.
    Ich hab Ihr Zitat mal vervollständigt
    „Freiheit ist auch imnmer die Freiheit der Andersdenkenden.Die Freiheit des Einzelnen hört da auf, wo die Freiheit des Anderen anfängt“, Rosa Luxemburg… vielleicht sollten Sie darüber nochmal nachdenken, bevor Sie einfach so Zitate vertreten.Und wenn Sie so ein Problem mit der Kampagne haben, dann gehen Sie doch zu den Kundgebungen und erzählen mal einem anonymen, was Sie denn so beschäftigt.

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