Auswertung zum Campus Open Air 2010

Vor mehr als einem Monat fand das Campus Open Air 2010 in Wismar statt. Wir wollen trotz der verstrichenen Zeit unseren treuen LeserInnen eine Auswertung sowohl der Veranstaltung, als auch unserer kleinen Printkampagne nicht vorenthalten.

No Entry!- Die Kampagne

In der Kampagne „No Entry!“ riefen wir dazu auf keine Neonazis sowie rechte Szenecodes auf die Veranstaltung zu lassen, um eine entspannte feierfreudige Atmosphäre zu schaffen. Um diese Forderungen an die Öffentlichkeit zu bringen, gingen wir fleißig Flyern, Plakatieren, Stickern in Wismar und Umgebung und schrieben Pressemitteilungen an sämtliche Zeitungen, die sich für dieses Thema interessieren könnten. Außerdem baten wir die VeranstalterInnen – den Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA)- im Vorfeld um eine öffentliche Stellungnahme.

Leider mussten wir feststellen, dass viele Leute alles Mögliche dafür taten unsere Aktivitäten zu ignorieren und auch dafür sorgten, dass nur sehr wenig Menschen erreicht werden können.

Ergebnis der Bemühungen

Die Plakate und Sticker wurden in fast komplett Wismar sowie der Umgebung nach 2 Tagen entfernt oder mit schwarzer Farbe besprüht, sodass mensch sie nicht mehr lesen konnte.

Keine der Pressemitteilung wurde in irgendeiner der angeschriebenen Zeitungen gedruckt.

Die VeranstalterInnen waren nicht bereit sich zu dem Problem Neonazis auf dem COA zu äußern. Sie wiesen zurück, dass es je Schwierigkeiten mit Neonazis bei der Veranstaltung gab- trotz unserer Hinweise, dass Gäste angegriffen wurden. Der AStA ging sogar noch weiter und drohte uns mit rechtlichen Schritten, sollten wir die Aktivitäten bezüglich des Campus Open Airs nicht einstellen- auf welcher Rechtsgrundlage sie sich beriefen, ist bis heute unklar.

…und auf der Veranstaltung?

Unsere Forderungen Neonazis sowie deren Szenecodes den Eintritt zu verwehren, wurden ignoriert. Die Rechten verbreiteten auch in diesem Jahr wieder eine Stimmung des Unwohlseins gegenüber allen, die ihnen nicht rechts gesonnen waren. Einige Gäste wiesen in diesem Jahr den Einlass auf einige pöbelnde Neonazis hin, dieser zeigte sich jedoch nicht kooperativ und ignorierte die Beschwerde.

Hintergründe

Das Campus Open Air hat sich in den letzten 10 Jahren nach und nach als Veranstaltung der Hochschule fest in der Hansestadt Wismar etabliert. Diese Festlichkeit trägt in der Öffentlichkeit das Image einer multikulturellen, friedlichen, portemonnaiefreundlichen Spaßveranstaltung für jung und alt. Der Stadt und der Hochschule mit dem AStA liegt anscheinend sehr viel daran diese Maskerade aufrecht zu erhalten und tun alles gegen „StörerInnen“, die Kritik an diesem Ereignis ausüben. Die Hochschule wurde schon in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass Neonazis dort studieren, bsp. Tino Streif.
In Wismar kam/ kommt es regelmäßig zu Übergriffen/ Aktivitäten, die von Rechts ausgehen, wie in jüngster Vergangenheit der Angriff auf das Büro der Bundestagsabgeordneten Martina Bunge (DIE LINKE). Das Problem ist also bekannt.
Trotzdem will niemand des benannten Personenkreises etwas dagegen unternehmen bzw. öffentlich Stellung beziehen – noch schlimmer es wird sogar versucht dieses tot zu schweigen und den Leuten, die sich dagegen engagieren ein verbaler Maulkorb aufzusetzen.
Für einige scheint Image alles zu sein.

And now…

Trotz dieser Unkooperativität von Seiten der VeranstalterInnen und Ignoranz von Seiten der Stadt werden wir weiter versuchen auf das Thema Neonazis und deren Symboliken auf dem Campus Open Air aufmerksam zu machen. Wir werden uns auch nicht von den VeranstalterInnen mit der Drohung rechtlicher Schritte einschüchtern lassen, sondern solange weiter machen bis der letzte Neonazi vom Campus Open Air verschwunden ist.

Auch für das nächste Jahr fordern wir

Keine Naziklamotten und rechte Szenecodes auf dem Gelände!
Kein Zutritt für Nazis beim Campus Openair in Wismar!
NO ENTRY!