Archiv für April 2010

Neues vom Lande

Hier dokumentieren wir Berichte über die aktuellen Geschehnisse und Aktivitäten der Naziszene in Grevesmühlen und Norddeutschland:
Bericht auf Links Lang

Bericht auf Blick nach Rechts

27.04.2010: Alle hassen die Zigeuner

Antiziganismus in Europa
Vortrag und Diskussion

Dienstag, 24.04.2010
Café ab 17 Uhr, Beginn: 19 Uhr
Der Eintritt ist frei

Der Hass auf Roma und Sinti, Pavee und Jenische, sowie Menschen die aufgrund ihrer Lebensweise als solche identifiziert wurden, hat insbesondere in Deutschland eine 500-jährige Geschichte, die bis an den Beginn der Neuzeit zurückreicht. Der Referent wird einen einführenden Blick auf die Grundmuster des Antiziganismus werfen und herausstellen, an welchen Stellen sich das antiziganistische Ressentiment vom Zeitalter der Reformation über die Aufklärung bis hin zum Nationalsozialismus wandelte und welche Kontinuitäten feststellbar sind.
Im zweiten Teil der Veranstaltung wird am Beispiel der Berichterstattung des „Spiegel“, über das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen versucht, die antiziganistischen Aspekte herauszuarbeiten um so greifbar zu machen, welche Auswirkungen diese auf politische Prozesse, wie etwa die Asylrechtsdebatte in den 90er Jahren, haben können.
Abschließend wird ein zweites Beispiel die aktuellen Lage der Kosovo-Roma in der BRD betrachten und den Übergang zur offenen Diskussion einleiten.

20.04.2010: The truth lies in Rostock

Filmvorführung im Rahmen des Infocafé „Theorie, Kritik und Cola“

Dienstag, 20.04.3010
Café ab 17 Uhr, Filmbeginn: 18.30 Uhr
Der Eintritt ist frei

Im August 1992 griff ein Mob aus AnwohnerInnen und Nazis vier Tage lang die „Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber“ (ZaST) im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. Begeisterte und applaudierende Deutsche machten aus dem brutalen Pogrom ein rassistisches Volksfest, auf dem sie weitgehend ungestört von der Polizei den Wahn eines „Deutschlands nur für Deutsche“ realisieren konnten. Es grenzt an ein Wunder, dass bei den Ausschreitungen niemand zu Tode gekommen ist.
Die Videoproduktion „The Truth lies in Rostock“ entstand 1993 unter maßgeblicher Beteiligung von Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Geschehnisse im attackierten Wohnheim befanden. Deshalb zeichnet sich die Produktion nicht nur durch einen authentischen Charakter aus, sondern versteht sich auch Jahre danach als schonungslose Kritik an einer Grundstimmung in der bundesrepublikanischen Gesellschaft, die Pogrome gegen MigrantInnen oder einfach nur „anders aussehende“ überhaupt erst möglich macht.